Pünktlich um 13.57 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Siegfried Erhard, die traditionelle närrische Sitzung seines Kreisverbandes der CSU-Seniorenunion im Festsaal des Landgasthofs „Zum Stern“ in Obererthal. Wenig später tauchte der Sitzungspräsident Otmar Lutz Posaune spielend hinter der Theke auf. Musikalisch begleitet von Dieter Nöth am Keyboard und Walter Gutmann (Klarinette) brachte er gleich mal den Saal in die angemessene Frohsinn-Stimmung: Es wurde nach Herzenslust gesungen und geschunkelt. Den bunten Reigen der Büttenreden eröffnete der „Modellflieger“ Walter Rügamer aus Oerlenbach, der es meisterlich verstand, die politischen Ereignisse des vergangenen Jahres aus aller Welt aufs Korn zu nehmen, um dann immer wieder nach Unterfranken zum „Nabel der Welt“ auf seinen Fliegerplatz zurückzusteuern.
Unter dem Motto „A weng g´schent“ ging auch Hannelore Biernoth aus Hammelburg nicht gerade zimperlich um mit den Mächtigen aus Moskau, Washington und Berlin. Als „Verhinderter Fußball-Nationalspieler“ stellte sich anschließend Walter Kuhn aus Zahlbach vor: „Der Julian Nagelsmann hat mich vergessen, obwohl ich doch trainiert hab´ ganz versessen!…“ und er beklagte ganz nebenbei, dass es auch schon damals unter Sepp Herberger und Helmut Schön nicht mit seiner Nominierung geklappt habe. Die „Badeärztin“ Elisabeth Kutz aus Bad Kissingen schilderte unter anderem die Probleme, die sie mit ihrem Kurgast Donald Trump hatte und befürchtete sogar, dass dieser das Ziel verfolge, in einigen Jahrzehnten beim Rakozcy-Festzug als historische Persönlichkeit einen eigenen Wagen zu bekommen.
Zweifellos zu den Highlights des Faschingsnachmittags zählt alljährlich der gesungene Vortrag von Kurt Heim (Maßbach/Bad Neustadt). Auf die Melodie der Loreley-Ballade „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ präsentierte der nun fast 85-jährige Sänger seinen Liedtext auch diesmal wieder einerseits als scharfe Kritik an Politik und Gesellschaft und andererseits als Rückblick auf die Veranstaltungen der CSU-Seniorenunion. Da erhoben sich die begeisterten Senioren anschließend von ihren Stühlen und dankten für diesen außergewöhnlichen Auftritt. Mit zur „Merkel-Raute“ geformten Händen stellte sich danach die stellvertretende Landrätin Brigitte Meyerdierks in die Obererthaler Bütt. Die erfahrene Lokalpolitikerin sparte nicht mit kleinen Seitenhieben und verriet so manche Eigenheiten und durchaus kuriose Begebenheiten aus dem Kreistag.
Der Riedenberger Matthias Dorn bereicherte die SEN-Faschingssitzung mit zwei ausgefeilten Reden. Als „Hausmeister“ durchstreifte er den Alltag der Menschen ebenso wie die Politik des Landes und als „AIDA-Kreuzfahrt-Passagier“ baute er die Schlager der letzten 50 Jahre in seine Büttenrede ein.
